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Staatlicher Sprachtest für kitafrei lebende Kinder – eine teure Alibi-Aktion der Politik

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Bei Versagen droht Kita – Unser persönlicher Erfahrungsbericht aus Berlin

Sie waren zu zweit, die beiden Damen. Sie nahmen unseren vierjährigen Sohn in die Zange. Er begann zu verstummen.

Das Urteil: Durchgefallen.

Es beginnt mit dem Schreiben vom Jugendamt: es drohen Kita und 2500 € Bußgeld

Wir bekommen ein Schreiben vom Jugendamt: Kommen Sie zum Sprachtest mit Ihrem vierjährigen Kind.

Wenn es durchfällt, muss es bis zur Einschulung eine Kita besuchen. Bei Nicht-Erscheinen droht ein Bußgeld von 2500 Euro.

Wir legen Widerspruch ein

Obwohl wir von dem Sprachtest bereits gehört hatten, hat uns das Anschreiben einen Schrecken eingejagt.

Was passiert, wenn unser Kind den Test nicht besteht?

Wir leben aus Überzeugung kitafrei und würden unser Kind niemals zwingen, gegen seinen Willen eine Kita zu besuchen.

Wir riefen beim Jugendamt an und teilten unsere Kritik mit. Uns wurde daraufhin gesagt, wir könnten Widerspruch einlegen. Das taten wir auch mit einer ausführlichen Begründung. (Unser Schreiben haben wir am Ende dieses Artikels angefügt.)

Wir bekommen keine Antwort

Die einzige Antwort vom Jugendamt war, dass das Schreiben weitergeleitet werde an die Leiterin des Sprachtests, da die Mitarbeiterin vom Jugendamt sich inhaltlich dazu nicht äußern könne. Die verantwortliche Leiterin aber meldete sich nie.

Nach vier Wochen – eine Woche vor unserem Sprachtesttermin – versuchten wir per Telefon die Verantwortlichen zu erreichen.

Niemand war erreichbar.

Das Jugendamt antwortete weder auf mehrere E-Mail-Nachfragen, noch ging jemand ans Telefon. Die offiziell angegebene Telefonnummer der Leiterin des Sprachtests war garnicht mehr vergeben.

Das Jugendamt und die Verantwortlichen ließen uns mit offenen Fragen hängen.

Was jetzt tun? Wir überlegten, nicht hinzugehen, schließlich hatten wir Widerspruch eingelegt. Doch die Gefahr, 2500 Euro zahlen zu müssen, hat uns zur Entscheidung gebracht, im Zweifelsfall den Termin wahrzunehmen.

Unsere Begründung sei zu “komplex” für eine Antwort

Am Tag des Termins rief uns die Verantwortliche doch noch an und bat uns zu kommen. Wir sollten uns keine Sorgen machen, sie sei doch sehr nett.

Auf Nachfrage, was mit unserem Widerspruch sei, wiederholte sie nur: kommen Sie doch bitte einfach. Später sagte sie zu uns persönlich – ohne Witz -, unser Widerspruch sei zu komplex für sie, da hätte sie nicht antworten können.

Soll man nun lachen oder weinen? Wir sind wütend, wie hier mit uns umgegangen wurde. Die einfachsten Regeln der Kommunikation wurden von offizieller Seite nicht eingehalten. Das Mindeste wäre die Ablehnung unseres Antrags gewesen.

Der Test

Zwei Damen waren vor Ort. Erst versuchten sie, eine nette Atmosphäre zu verbreiten. Unser Sohn hatte extra ein Heft mitgenommen, das er der einen Dame auch gleich zeigte. Sie war interessiert und nahm seine Initiative auf. Er erklärte ihr, um was es darin ging – Rätsel und Spiele.

Währenddessen stellte die andere Dame, Leiterin dieses Sprachtstandstestes, uns Fragen über das Kind, wie:

  • Kann Ihr Kind Anweisungen verstehen?
  • Spricht es in ganzen Sätzen?
  • Spricht Ihre Familie überwiegend deutsch? 

Zwei gegen Einen

Nach den Fragen wurde die Stimmung plötzlich kälter.

Nun folgte der offizielle Teil: die menschliche Atmsophäre war wie weggeblasen.

Die Leiterin setzte sich auf die andere Seite unseres Sohnes. Sie nahmen ihn in die buchstäblich in die Zange. Unser Kind begann leiser zu werden.

Noch benannte er ohne Fehler die ihm gezeigten Gegenstände. Nie hatten wir ihn so verkrampft erlebt. Er presste die Lippen zusammen, knetete seine Hände, schaute nach unten. Dann plötzlich hilfesuchend zu mir.

Ich versuchte ihn zu ermuntern, das sei doch nur ein Spiel. Doch er verstand sehr gut, dass es kein Spiel war. Es war die erste offizielle Prüfung, die er in seinem Leben ablegen musste.

Unklare Szenen (was die prüfende Dame selbst zugab), die auf den Karten abgebildet waren, sollte er in ganzen Sätzen beschreiben. Einzelne Worte sagte er noch, dann verstummte er.

Die letzte Karte beschrieb er wieder mit einem ganzen Satz: der Hund fängt die Katze. Prompt wurde er verbessert: Der Hund jagt die Katze.

Verweigerung heißt: Durchgefallen

Der Hammerschlag: durchgefallen. Unser Kind hat verweigert. Die Leiterin sagte zu uns:

Ihr Kind wird in der Schule Probleme bekommen, das ist klar.

Unser Sohn ist durchgefallen, weil er nicht fähig ist, auf Ansage der Autorität Gehorsam zu leisten. Ohne Kita lerne unser Kind nicht, Ansagen zu folgen, die von Autoritätspersonen an die Gruppe gemacht werden, so die Prüferin, Grundschullehrerin und Logopädin.

Das 4jährige Kind kriegt alles mit: es hat nicht bestanden

Dann werden wir noch über die Entwicklung unseres Sohnes in logopädischer Hinsicht belehrt.

Doch da stellt sich mir die Frage: Wozu gehe ich denn zur U9, bei der eben genau der Stand der Sprachentwicklung des Kindes im Fokus steht? Sollte ich die logopädische Unterstützung in Erwägung ziehen, kann ohnehin nur mein Kinderarzt die Überweisung ausstellen.

Das alles sagte sie direkt vor unserem Kind. Damit es gleich weiß, was es bekommen hat – den ersten staatlich geprüften Stempel: VERSAGER. 

Der Gnadenakt – der Test zeigt nicht, was ein Kind kann

Nun aber eine Wendung – der Gnadenakt: mit leiser Stimme sagt die Dame plötzlich:

Na gut, da das Kind ja normal sprechen kann – wie es am Anfang vor dem Test gezeigt hat – ist der Test ja doch irgendwie (gerade so) bestanden.

Wie bitte?

Was ist dieser Test für ein Theaterstück?

Unser Kind war von Beginn an offen und hat normal gesprochen – danach hätten wir doch schon wieder gehen können.

Worum geht es eigentlich? Sollen die PädagogInnen einfach sehen, ob das Kind normal spricht ODER ob es eine Prüfungssitutation bestehen kann?

Unsere Antwort: eindeutig letzteres.

Ein standardisierter Test, dessen Ergebnis letztlich sowieso umgangen wird. Weil der Test nämlich nicht zeigt, was ein Kind kann.

Der Test ist vollkommen überflüssig

Liegt es im Ermessen der Prüfenden, ob ein Kind besteht?

Wenn ja – und das zeigt dieser Gnadenakt – ist der Test überflüssig.

Warum spielen die PädagogInnen nicht einfach mit dem Kind? So könnten sie noch am ehesten eine Vertrauensbasis herstellen, wenn überhaupt.

Ein Kind ist natürlicherweise erstmal verunsichert, misstrauisch und zurückhaltend, wenn folgendes eintritt:

  • in einem fremden Raum
  • mit fremden Menschen sprechen
  • in einer Testsituation, die das Kind überhaupt nicht kennt

Kitakinder müssen keine Testsituation bestehen

Kinder die in eine Kita gehen, müssen diesen Sprachtest nicht machen. Sie werden zwar auch beurteilt, aber ganz anders.

Die ErzieherInnen führen ein Sprachtagebuch, in das sie regelmäßig ihre Beobachtungen zur Entwicklung des Kindes eintragen (was im übrigen oft aus Zeitmangel nicht gemacht wird).

Doch was ist die Konsequenz, wenn bei Kitakindern ein Defizit bei der Sprachentwicklung festgestellt wird? Keine.

Sie besuchen ja bereits eine Kita. Einzig könnten Eltern bei logopädischen Problemen darauf hingewiesen werden, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Doch das geschieht außerhalb der Kita bei Fachkräften.

Im Übrigen müsste den ErzieherInnen einer Kita in gleicher Weise Befangenheit vorgeworfen werden wie den Eltern. Sie sind keine objektiven Beurteilungsorgane, die die Kinder aus der Distanz eines Prüfers wahrnehmen.

Der Test ist eine Farce

Fazit: Der ganze Test ist eine Farce.

Sein Procedere ist einschüchternd. Das Ergebnis irrelevant.

Dieser Test misst vor allem eines: ist ein Kind fähig, die Prüfungssituation zu bestehen und der fremden Autorität Gehorsam zu leisten.

Der Sprachstandstest spielt mit der Angst der Eltern und Kinder.

Dass es Kinder gibt, die Probleme haben, bestreiten wir nicht. Doch dieser Test wird mit der Lösung von Problemen verwechselt. Echte Unterstützung kann nur auf Basis einer kontinuierlichen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern funktionieren.

Gute Beziehungen entstehen nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern

Es gibt keine Kitaplätze

Der größte Witz: es gibt keine Kitaplätze. Also können die Kinder, die den Sprachtest nicht bestehen, garnicht zum Besuch einer Kita gezwungen werden.

Was stattdessen geschieht: die Eltern sollen dem Jugendamt nachweisen, dass sie versucht haben, einen Platz zu bekommen. Sprich: die Eltern haben den Aufwand, einen Kitaplatz zu suchen, obwohl klar ist, dass diese Suche praktisch aussichtslos ist.

Konsequenzen aus dem Test – Kritik an der Politik

1. Eltern, die bewusst mit ihren Kindern kitafrei leben, wollen ihr Kind nicht in eine Kita geben. Sollten sie dazu gezwungen werden, weil ihr Kind aufgrund der Testsituation nicht gesprochen hat wie in unserem Fall, nehmen sie anderen Eltern, die den Platz wirklich brauchen und wollen, diesen kostbaren Kitaplatz weg.

2. Eltern, die bisher keinen Kitaplatz hatten, weil sie aus bestimmten Gründen nicht fähig waren, sich darum zu kümmern, werden es auch nach dem Sprachtest nicht schaffen, diesen in Anspruch zu nehmen. Hilfe, die wirklich gebraucht wird in Form von Sozialarbeit und kontinuierlicher Beziehung zur Familie, kann eine Kita niemals leisten.

3. Spricht ein Kind nicht ausreichend deutsch, geht es hier um Integration. Das ist eine grundsätzlich politische Aufgabe, die Kitas nicht auffangen können. Auch hier kann und darf die Selbstbestimmung der Eltern nicht durch Zwang und Bußgelder eingeschränkt werden. Hier braucht es Kiezzentren und Sozialarbeiter, die integrative Angebote machen. Integration findet nicht in überforderten Kitas statt, sondern mit den Eltern in sinnvoller Gemeinschaft.

Aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck geht hervor, dass zwischen Ende Februar 2017 und Ende Februar 2018 gut 3000 Einladungen zur sogenannten Sprachstandsfeststellung an Familien versandt wurden, deren Kinder keine Kita besuchen. Nur 651 Kinder erschienen zum Sprachtest, 469 von ihnen fielen durch.
Diese sind nun eigentlich verpflichtet, in den 18 Monaten bis zur Einschulung eine Sprachförderung an einer Kita zu besuchen. Doch nur 56 taten das – also lediglich zwölf Prozent.

berliner-zeitung.de 5.4.2018

4. Was passiert, wenn Eltern nicht zum Sprachtest erscheinen? Sie müssten das Bußgeld bezahlen. Was passiert, wenn sie das Bußgeld nicht zahlen können? Gefängnis? Kinder ins Heim? Andere Zwangsmaßnahmen? Absurde Vorstellung. Doch der SPD-Abgeordnete Joscha Langenbrinck setzt auf Bestrafung dieser Menschen:

„Ein Staat, der auf die Durchsetzung seiner Regeln verzichtet, verspielt den Respekt und die Glaubwürdigkeit. Eine Gesellschaft scheitert, die es nicht schafft, Sprachvermittlung durchzusetzen“.

deutschlandfunk.de vom 9.8.2019

5. Berlin hat bisher kaum Bußgelder verhängt, wie in der Zeitung zu lesen war. Es gibt keine Kitaplätze, so die Begründung.

Prinzipiell könnten die Berliner Bezirke die Eltern mit Bußgeldern von bis zu 2500 Euro bestrafen. Schließlich gehört die vorschulische Sprachförderung zur Schulpflicht. Praktisch wurde das bislang so gut wie nie gemacht. Die Bezirke verzichten fast immer auf die Bußgelder, weil es gar keine Kitaplätze gab, die man diesen Kindern hätte anbieten können.

deutschlandfunk.de vom 9.8.2019

Der Test ist eine kostenintensive Alibi-Aktion der Politiker

6. Diese Informationen zeigen: dieser Sprachtest ist eine Alibi-Aktion für eine fehlgeschlagene Politik.

Zu guter Letzt die Frage: Welche Kosten verursacht dieser Sprachtest, der keinerlei Nutzen hat und den betroffenen Eltern nur Probleme verursacht?

Die Politik will sich damit schmücken, “etwas getan zu haben”. Doch hier wird kostbares Geld verschwendet, das in sinnvolle Projekte für Integration und soziale Arbeit investiert werden müsste.


Unser Widerspruch an das Jugendamt

Sehr geehrte Frau Müller (Name geändert).

Wir widersprechen der Teilnahme unseres Kindes am Berliner Sprachstandstest für kitafrei lebende Kinder.

Begründung:

Das Ziel, Kinder grundsätzlich in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ist sinnvoll. Wir sind jedoch nicht der Meinung, dass ein solcher Sprachtest mit Kitaandrohung dieses Ziel erreicht. Nur eine Kooperation mit den Eltern und gemeinsam entwickelte Methoden können Grundlage für eine echte Förderung des Kindes sein.

Hier ist eine vertrauensvolle kontinuierliche Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern notwendig, die weder Angst noch Druck erzeugt und sich ganzheitlich auf die Familiensituation einlassen kann.

Das institutionelle Aufforderungsschreiben, das die Eltern ohne Vorbereitung erreicht und schon eine “Strafe” androht, stellt gewiss keine Atmosphäre her, in der sich Eltern aufgehoben und in ihren Rechten akzeptiert fühlen.

Ein Gespräch mit den Eltern in einer zwanglosen Atmosphäre, Spiele mit dem Kind, wären stattdessen ein angenehmes Umfeld. In dem man dann gemeinsam und gleichberechtigt überlegt, ob das Kind Probleme hat und wenn ja, welche Maßnahmen die richtigen sind.

Allein schon die Vorstellung, dass ausschließlich ein Kitabesuch mögliche Defizite in der Entwicklung des Kindes auffangen kann, zeugt nicht von der Kompetenz, einem Kind in seiner individuellen Situation gerecht zu werden.

Ein Test ist niemals eine normale Lebenssituation. Der Druck dieser speziellen Testsituation versetzt den Getesteten stets in die Angst, zu versagen und die damit verbundenen Konsequenzen tragen zu müssen.

Damit hat der Geprüfte nicht die Möglichkeit, seine Fähigkeiten so zu zeigen, wie er im Normalfall dazu fähig ist. Jeder Erwachsene kennt diese Situation, in der man das Gelernte nicht abrufen kann. Prüfungssituationen beeinflussen den Menschen psychisch und körperlich stark.

Das gilt für jede Prüfungssituation, insbesondere aber für kleine Kinder, die mit solchen Drucksituationen noch keinerlei Erfahrung gesammelt haben.

Hinzu kommt: Das vierjährige Kind soll in einem fremden Umfeld, in fremden Räumlichkeiten und mit fremden Personen, eine Prüfung absolvieren.

Weiterhin besteht Zeitdruck, denn wie wir informiert wurden, werden die Kinder in einem Takt von 15 Minuten durch die Prüfung geschleust. Es muss schnell gehen, wurde uns gesagt, denn der Andrang ist hoch.

Das heißt, dass überhaupt keine Zeit bleibt, die individuelle Situation des Kindes wirklich kennenzulernen. Oder gar mit den Eltern ein ausreichendes Gespräch zu führen.

Unser vierjähriges Kind einer solchen Prüfungssituation auszusetzen, lehnen wir vollständig ab.

Das Kind wird bei Nicht-Bestehen des Tests gezwungen eine Kita zu besuchen. Das verneinen wir ebenfalls aus folgenden Gründen:

1. Nachdem wir drei Kitas besuchten (zwei davon haben wir selbst mitgegründet), haben wir festgestellt, wie wenig Zeit den ErzieherInnen bleibt, auf die Kinder im Einzelnen einzugehen.

Oft war es am wichtigsten, dass alle gewickelt und satt sind. Beim Spielen standen die ErzieherInnen am Rand, um alle im Blick zu haben und Verletzungen zu verhindern. 

Individuelle Sprachförderung oder intensive Einzelgespräche mit Kindern kamen äußerst selten bis überhaupt nicht vor. Das liegt daran, dass nicht genug ErzieherInnen vor Ort sind (wegen Krankheit und Personalmangel) und die Fachkräfte für diese Art Sprachförderung nicht ausgebildet sind. Mit der “Satt-und-sauber-Politik” sind die Kapazitäten erschöpft.

2. Den Besuch einer Kita als Konsequenz für das Versagen eines Kindes halten wir für absolut falsch. Wenn Eltern grundsätzlich nicht damit einverstanden sind, wird das Kind diesen Zwangsbesuch als Strafe empfinden und sich erst recht dagegen sperren.

Frustrierte, gestresste und unsichere Kinder können nicht lernen bzw. sie verweigern sich sogar komplett. Die Anspannung der Eltern, plötzlich gegen den eigenen Willen einen Kitaplatz besuchen zu müssen, ist dabei alles andere als für die Situation des Kindes zuträglich.

3. Wäre eine Kita für die kindliche Entwicklung eine ausreichende Förderung, dürfte es bei Kita-Kindern logischerweise keinen Förderbedarf geben.

Doch auch viele Kita-Kinder haben individuelle Probleme in Sprache und Entwicklung. Da in Deutschland über 96 Prozent aller Kinder spätestens ab drei Jahren eine Kita besuchen, dürfte es für Schulanfänger im Grunde keine Probleme geben.

Dieser Sprachtest beweist das Gegenteil, denn er ist genau deshalb ins Leben gerufen worden, weil so viele Kinder sprachliche und andere Defizite aufweisen.

Wir sehen die Situation sogar umgekehrt: wir als Eltern, die wir mit unseren Kindern kitafrei leben, stehen wesentlich stärker hinter unseren Kindern als fremde pädagogische Kräfte dies könnten. 

Wir haben uns in einer Kitafrei-Gruppe mit weiteren engagierten Eltern fest organisiert, treffen uns regelmäßig und haben dafür Räume angemietet.

Unsere Kinder sind regelmäßig in einer Gruppe mit durchschnittlich 10 Kindern, im Alter von 1-5 Jahren. Die Eltern kümmern sich um Angebote wie Turnen, Basteln, Toben und Walderfahrung.

Es gibt demnach nichts, was eine Kita uns an Mehrwert bietet.

Was wäre, wenn ein Kitabesuch Pflicht wäre?

Wir würden unsere Kinder nicht gegen ihren Willen zwingen, eine Kita zu besuchen. Die Folge ist, dass wir als Eltern entweder in der Kita dabei bleiben oder das Kind in diesem Falle wieder mit nach Hause nehmen. 

Wir würden also völlig unsinnigerweise einen Kitaplatz besetzen, den andere Eltern wollen und brauchen. 

Da wir beruflich selbständig arbeiten, sind wir flexibel und nicht auf Fremdbetreuung angewiesen. 

Um die altersgerechte Entwicklung des Kindes zu überwachen, gibt es bereits die staatlich vorgeschriebenen U-Untersuchungen beim Kinderarzt. Diese nehmen wir regelmäßig wahr.

Für ein Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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