Warum Philosophie?

Wie wollen wir leben? Das ist eine Grundsatzfrage. Und sie wird immer wichtiger und aktueller. Unsere Welt steckt in einer Krise. Wenn wir unsere Welt verändern wollen, müssen wir uns den grundsätzlichen Fragen stellen und wir finden sie: in der Philosophie.

Ich lade dich herzlich ein zu einem philosophischen Gesprächskreis. Aktuelles Thema: Wenn jemand unsere Gesellschaft oder das Wirtschaftssystem kritisiert, wird er oft gleich gefragt: aber was wäre denn die Alternative? Grundsätzlich ist es erst einmal völlig richtig, seine Kritik zu sagen, auch wenn man noch keine Lösungsvorschläge hat. Auf Dauer aber geht es darum, herauszufinden, wie wir in dieser Welt leben wollen. Welche Wirtschaft wollen und brauchen wir? Welche Gesetze sind dafür sinnvoll? Was denkst du – welche Punkte würdest du ändern, wenn du es könntest? (Gerne kannst du auch Vorschläge einbringen, worüber du gerne sprechen möchtest.)

Die Philosophie begann auf dem Marktplatz der athenischen Demokratie. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ war kein Bekenntnis von Sokrates, nichts wissen zu können, sondern die Aufforderung, das traditionell angesammelte Wissen in Frage zu stellen und die eigene Überzeugung zu überprüfen. Um herauszufinden, ob es richtig ist, was man glaubt zu wissen, entwickelte Sokrates die Mäeutik, die Hebammenkunst.

Wer sein Leben überprüfen will, Visionen und Ziele sucht, findet in der Philosophie die Grundfragen des Lebens. Und zwar nicht als beliebige Wahrheit, die für jeden anders aussieht. Sondern als Suche nach ethischen Werten, die für die Menschheit eine sinnvolle Lebensgrundlage bilden. Keine totalitäre Verordnung, sondern ein demokratisch erarbeitetes Fundament, auf dem sich jedes Individuum frei entfalten kann.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“ (Kant)

Wir brauchen eine neue Aufklärung. Eine Aufklärung, die das Natur- und Menschenbild des Humanismus propagiert und die Menschen aufruft, einander zu verstehen und eine Utopie zu entwickeln. Eine Utopie, die dem Ideal folgt: In Frieden leben mit Mensch und Natur.

Denken ist Arbeit. Zuweilen schwere Arbeit, trotzdem ein Ausdruck von Muße. Muße ist ein Begriff aus dem alten Griechentum, oft wird er mit Faulheit verwechselt. Sich damit auseinanderzusetzen, wie man leben will, ist Philosophie. Philosophie ist die Grundlage des Handelns. Je klarer die Gedanken werden, desto eher können wir unsere Erkenntnisse auch in Handlungen umsetzen.

In unserer Philosophie-Werkstatt sprechen wir über gesellschaftliche Themen und überlegen, wie sie mit unserer persönlichen Situation zusammenhängen.

„Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so kommen die Werke nicht zustande; kommen die Werke nicht zustande, so gedeiht Moral und Kunst nicht; gedeiht Moral und Kunst nicht, so treffen die Strafen nicht; treffen die Strafen nicht, so weiß das Volk nicht, wohin Hand und Fuß setzen.

Darum sorge der Edle, daß er seine Begriffe unter allen Umständen zu Worte bringen kann und seine Worte unter allen Umständen zu Taten machen kann. Der Edle duldet nicht, daß in seinen Worten irgendetwas in Unordnung ist. Das ist es, worauf alles ankommt.”

Konfuzius

„Unrecht erleiden ist besser als Unrecht tun.“

Sokrates

Lasst uns miteinander philosophieren!

Wir brauchen eine neue Aufklärung. Eine Aufklärung, die das Natur- und Menschenbild des Humanismus propagiert und die Menschen aufruft, einander zu verstehen und eine Utopie zu entwickeln. Die Vernunft kann die Menschheit verbinden.