MarienkäferPhilosophie Werkstatt

Die Suche nach dem Guten, Wahren und Schönen.

Experiment: Hydroponics nach „Kratky Methode“ – Teil 1

| Keine Kommentare

In diesem Beitrag geht es mal eher um etwas Praktisches: Salat zu Hause anbauen und das im Winter – mit der „Kratky Methode“. Wie das funktionieren könnte, will ich in diesem Artikel zeigen.

Aber wie kam es dazu? Eines Abend schaute ich durch meinen Youtube-Kanal und entdeckte einige Videos in dem Pflanzen nur im Wasser angebaut werden. Da ich im Sommer schon unseren Balkon reichlich bepflanzte mit mehr als 25 Sorten Gemüse, Kräuter und Blumen, klang das für mich wie eine ideale Lösung auch im Winter ein wenig zu gärtnern.

Was ist Hydroponics?

Der Begriff für diese Art des Pflanzenanbaus heißt „Hydroponics„. Diese Art ist eine Unterart der Hydrokultur (Hydro = Wasser, Kultur = Anbau). Die Pflanzen wurzeln dabei nicht in Erde, sondern ausschließlich in Wasser. Die Ernährung der Pflanzen erfolgt dabei über die Wurzeln, welche in einer wässrigen Nährlösung sind.

Weiterhin unterscheidet man noch mal zwei Arten bei Hydroponics. Es gibt die weit verbreitete Art mit einer Pumpe, welche dem Wasser Sauerstoff zuführt, weil die Pflanze über Wurzeln auch Sauerstoff benötigen. Dazu ist eine Pumpe nötig und Strom.

Die zweite Möglichkeit ist der Anbau nach der „Kratky Methode„. Bei dieser Methode wird keine Pumpe benötigt und man füllt im Wachstumsvorgang der Pflanze auch kein neues Wasser auf. Dadurch, dass die Wurzeln dann nach und nach im Freien liegen, nehmen die Wurzeln den benötigten Sauerstoff auf, den diese sonst über den Sauerstoff aufnehmen würden, welchen die Pumpe ins Wasser befördert.

Hier ein kurzes Video zur Methode (in Englisch).

Was braucht man dafür?

Um zu starten benötigt man keinen großen finanziellen Aufwand und der Aufbau ist auch einfach. Man könnte sich nun alles im Baumarkt oder über den Onlinehandel zusammenkaufen, würde damit aber nicht nur mehr Geld ausgeben, sondern auch noch die Umwelt belasten. Also verwendet wie ich am besten, so viel Materialen wie möglich aus dem Haushalt oder von vermeintlichem „Müll“.

Die Liste an Materialien:

  • Pflanzensamen, am besten Bio-Samen
  • Wasserbehälter: große Plastik-Box mit Deckel oder leere Plastikflaschen
  • Pflanzenbehälter: alte Joghurt- oder Sahne-Becher
  • Küchenrolle: damit die Samen bzw. Pflanzen gehalten werden
  • Dünger für die Nährstoffe im Wasser
  • Optimal:
    • Pflanzenlampe für den Winter
    • PH-Mittel zum regulieren
    • PH-Messgerät

Wie gehört das alles zusammen in drei einfachen Schritten

  1. Plastikbecher: Löcher unten rein bohren, z.B mit einer Schere die vorher heiß gemacht wurde. Dort müssen später die Wurzeln einen Ausgang finden.
  2. Die Samen kommen in die Küchenrolle, diese dann in den Becher und werden vorgezogen. Immer schön feucht halten und nicht allzu warm je nach Pflanzensorte. Ich versuche in meinem Experiment Eissalat, Romana-Salat und Basilikum.
  3. Die Pflanzen mit dem Plastikbecher dann so in den Wasserbehälter stellen, dass nur die Wurzeln im Wasser sind.

Die Hydroponics „Kratky Methode“

Das Bild unten soll veranschaulichen wir die „Kratky Methode“ funktioniert und ihr euren Wasserbehälter aufbaut. Die Pflanzenbehälter sind bei mir aus ökologischen Gründen normale Plastikbecher die eh im Müll gelandet wären (und ihr müsst keine überteuerten Net Cups kaufen). Küchenrolle oder alte Steinwolle eignet sich hervorragend um Samen anzuziehen, wie ihr in dem Video „Samenkeimung in der Rolle – so geht’s schnell und einfach“ sehen könnt. Auch hier braucht ihr nicht unbedingt die viel zu teure Steinwolle kaufen. Oder ihr besorgt euch die Steinwolle im Baumarkt oder aus der Dämmung in eurem Haus. 🙂 Denkt aber daran, die Steinwolle vorher gut einzuweichen und durchzukneten. Die muss richtig gut Wasser aufnehmen und speichern können.

Hydroponics - Die Kratky Methode

Erhalte jeden Artikel in dein Email-Postfach - Jetzt eintragen!

Wir schicken dir neue Artikel direkt zu - ohne Spam und Werbung. Versprochen!

Das „Kratky“ Experiment – Ausgangszustand

Wie ihr an den Bildern sehen könnt, habe ich auch die einfachsten Sachen in Gebrauch. Man sieht, dass ich eine Pflanzenlampe nutze, da derzeit Dezember ist und es selbst tagsüber einfach zu dunkel ist. Der Vorteil ist hier, dass die Pflanzen auch Nachts wachsen wenn diese unter der Pflanzenlampe stehen. Diese muss man jedoch kaufen und kostet zwischen 20 bis 40 Euro.

Sobald die Pflanzen groß genug sind und die Wurzeln aus den Becher kommen, werde ich die Pflanzen in den Wasserbehälter stellen. Wobei ich mir noch unsicher bin welche Nährstofflösung ich in das Wasser geben soll. Ich habe bis jetzt noch keinen geeigneten Dünger gefunden mit einer dazugehörigen Anleitung. Was mir wichtig ist, bzw. welche Frage ich mir noch beantworten möchte: Kann ich die Pflanzen danach auch essen, wenn ich diese mit einer Nährstofflösung versorge. Aber darüber mache ich mich noch schlau.

Ausblick

Wie könnte das Experiment weitergehen? Ich dachte mir: wenn du zwei Romana-Salate pro Woche essen möchtest, musst du jede Woche auch zwei davon anbauen. Die Wachstumsphase bis zur Ernte bei einem Romana-Salat beträgt ca. 8 Wochen. D.h. wenn alles in Betrieb ist, hätte ich maximal 16 Pflanzen zu versorgen. Das kling doch eigentlich ganz gut und machbar. Jetzt versuche ich mich aber erstmal an ein paar wenigen Pflanzen und dann schaue ich weiter, wie das Experiment gelingt und ob dieses für den regelmäßigen Anbau geeignet ist.

Autor: Martin

Naturfreund, Philosoph, Webfrickler, Demokrat - ich möchte jetzt leben, in der Gegenwart, und werde dafür viel tun. Mein Lebensprojekt: Die Welt verbessern, damit ich selbst zufriedener leben kann.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.